1881 wird er am 15. September in Mailand in eine italienische Künstlerfamilie geboren. Er ist der Sohn des Tischlers, Designers und Künstlers Carlo Bugatti und von Thérèsa Lorioli. Er hat eine ältere Schwester Deanice Bugatti, und einen jüngeren Bruder, den gefeierten Bildhauer Rembrandt der 1884 geborenen wird. Er ist zudem der Neffe des Malers Giovanni Segantini, und sein Großvater väterlicherseits Giovanni Luigi Bugatti ist ein Bildhauer und in Italien anerkannter Architekt. Seine Familie etabliert sich schnell in Mailand, wo er seine gesamte Kindheit verbringt. Er besucht die “Akademie der schönen Künste” von Mailand, wo er Bildhauerei mit seinem Bruder Rembrandt Bugatti studiert.
1895, im Alter von 14, Jahren bekommt er ein Motordreirad geschenkt, das er modifiziert. Dabei entdeckt seine Leidenschaft für die Mechanik.
1898, im Alter von 17 Jahren beginnt er eine Lehre in der mailändische Fahrradfabrik Prinetti & Stucchi, für die er ein Dreirad mit 2 Motoren für den Wettbewerb baut.
1899, im Alter von 18 Jahren, nimmt er an Wettrennen von Kraftfahrzeugen und von Motorrädern/Dreiräder in Norditalien teil und entwickelt Gefallen an der Geschwindigkeit. Er steuert selbst seinen Boliden und kommt als Zweiter im Rennen Paris- Bordeaux mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 80 km/h ins Ziel.
Im Alter von 20 Jahren, 1901 baut er sein erstes Kraftfahrzeug: Bugatti Type 2 (4 Zylinder, 3000 cm3 für 60 km/h mit 4 Gängen + 1 Rückwärtsgang). Er stellt sein Werk bei der Autoausstellung in Mailand aus, wo er einen Preis erhält und dem reichen elsäßer Unternehmer Baron von Dietrich auffällt, der begeistert ist.
Im Jahre 1902 stellt die elsässische Gesellschaft von Dietrich ihn als Geschäftspartner ein, um Kraftfahrzeuge zu entwerfen an der Seite vom Erfinderpionier des Automobils Amédée Bollée und von Émile Mathis der für die Vermarktung zuständig ist. Die Gesellschaft Dietrich-Bugatti lässt sich in Niederbronn, 50 km im Norden von Straßburg nieder. Er verbessert sein Bugatti Type 2 und plant und produziert dann Dietrich Bugatti Type 3, Typ 4, Typ 5, Typ 6 und Typ 7 wovon ungefähr 100 Exemplare verkauft werden.
Im Jahre 1904 gibt von Dietrich die Automobilindustrie auf. Ettore Bugatti schließt sich Émile Mathis an, um das Abenteuer mit dem in großer Stückzahl hergestellten populären Kraftfahrzeug “Mathis” in Graffenstaden, 10 km im Süden von Straßburg zu verfolgen. Im Jahre 1907 trennt er sich von seinem Geschäftspartner Émile Mathis, um sich den Sport- und Prestigekraftfahrzeugen zu widmen. Er schließt sich zeitweise dem Automobilhersteller Deutz in Köln in Deutschland an, mit dem er den Bugatti Type 8 und Type 9 plant ohne Handelserfolg zu haben. Parallel dazu arbeitet er im Untergeschoß seines Hauses am Bugatti Type 10; ein Pur-Sang für das Rennen mit 1,2 l3 bei 12 PS.
Ettore Bugatti ist ein Ingenieur des Instinktes mehr als der Bildung belebt durch eine unaufhörliche Suche nach dem Schönen, welches ihn zahlreiche Meisterstücke schaffen läßt. Erfinderisch und visionnär als Genie, Avantgardiste mit dem Geschmack für großen künstlerischen Luxus zeichnet er Pläne, die die Grundlagen waren für seine Ingenieure, die er unter den besten und talentiertesten auswählte. Er bringt mit seinem Sohn mehr als 1000 Patente ein. Die Devise seines Lebens: "Nichts ist zu schön, nichts ist zu teuer".
Am 15. Januar 1909 wird sein einziger Sohn Jean Bugatti, geboren.
Ettore gründet seine eigene Marke “Bugatti” im Dezember in Molsheim-Dorlisheim im Elsaß ( unter deutscher Besatzung), 20 km im Westen von Straßburg und installiert sich in einer schönen Villa. Im Jahre 1910 erringt Bugatti, dank fortgeschrittener technischer Eigenschaften, einer hohen Endqualität und einem hohen Ästhetik-, Design- und Preisniveau, einen absoluten Erfolg auf der Automobil Weltausstellung in Paris.
Er entwickelt die Rennmodelle immer weiter und erringt mit dem Bugatti Type 13, gen. Brescia (1327 cm3, 4 Zylinder, 95 km/h), in 4 Jahren mehr als 40 Wettrennen trotz seines geringen Hubraumes aufgrund seines Federgewichtes und seiner außerordentlichen Straßenlage. Er verkauft davon 5 Exemplare.
Im Jahre 1911, nachdem er 75 Bugatti in Europa verkauft hat, er verbindet sich mit Peugeot und entwickelt den “Peugeot Bébé”, von dem 3095 Exemplare verkauft werden.
Von 1914 bis 1918 während des 1. Weltkrieges verläßt Ettore Bugatti das Elsaß und geht nach Italien, dann nach Frankreich, für das er 16-zylindrige Flugzeugmotoren in 2 Reihen von 8 entwickelt. Die amerikanische Luftwaffe erwirbt die Lizenz dieses außergewöhnlichenen Motors mit dem Ziel 5000 davon herzustellen. Da der Krieg zuende geht, werden es nur 50.
Im August im Jahre 1924 stellt er auf dem “Grand Prix automobile von Frankreich in Lyon” seinen bekannten Bugatti Type 35 vor. Ein avantgardistisches Fahrzeug ausgestattet mit einem Kompressor. Private Rennfahrer und Rennfahrer der Fabrik fuhren mit diesem Wagen mehr als 2.000 Siege in Wettrennen ein (ungeschlagener Rekord bis zum heutigen Tag), und bringen Ettore so Ehre und den Wohlstand.
Jean Bugatti arbeitet sehr früh an der Seite seines Vaters im Planungsbüro der Fabrik, die er eines Tages übernehmen soll.
Er erweist sich schnell als mit wenigstens demselben Designergenie ausgestattet wie sein Vater, indem er die elegantesten Karosserien zeichnet, die je einen Bugatti-Rahmen ausgestattet haben. Er beweist ebenfalls talentiert in der Mechanik und trägt zur Innovation der Kraftfahrzeuge bei, die von seinem Vater produziert wurden, den er motiviert.
Im Jahre 1926 entwerfen Ettore und Jean den Bugatti Typ 37 und Bugatti Typ 40 sowie den außergewöhnlichen Bugatti Type 41 "Bugatti Royal", der alle Superlative vereinigt. Gebaut für die Elite der Monarchen und Staatsoberhäupter des Planeten. (12763 cm3 für 300 PS, 500.000 Francs) ist er ein vollkommener Handelsmißerfolg, kein Monarch kauft den Wagen. Von den 6 hergestellten Exemplaren werden 3 nur verkauft, und die 3 anderen werden an der Fabrik aufbewahrt. (Ein siebtes Exemplar wurde nach dem zweiten Weltkrieg durch die Brüder Schlumpf ausgehend von Ersatzteilen zusammengesetzt). Ettore beginnt sich von seiner Fabrik zu lösen und überträgt seinem Sohn Jean Bugatti immer mehr Verantwortung.
Im Jahre 1927 planen Ettore und Jean die Bugatti Type 43 (8 Zylinder, eine für die Zeit außerordentliche Geschwindigkeit von 170 km/h ), Bugatti Type 44 (mehr als 1000 verkaufte Exemplare) und 1929 den Bugatti Type 45 (16 Zylinder, 48 Ventile, doppelter Kompressor, der von Jean gezeichnet wurde).
Von 1929 bis 1936 kommt die Serie Bugatti Type 46 oder "Petite Royale" heraus, letztes von Ettore selbst geplantes Modell (8 Zylinder mit 5,3 Litern, 500 Exemplare verkauft). Die folgenden Modelle werden alle von Jean Bugatti geplant, immer schöner und verläßlicher. Bugatti Type 49, Bugatti Type 50 mit Kompressor, doppelter Vergaser, zwei Ventile pro Zylinder, V-förmig angeordnet. Dann den Bugatti Type 55 immer ausgestattet mit 8 Zylindern mit einem doppelten Nockenbaum in Kopf. Bugatti Type 57SC Atlantic von 1926.
1931 rettet Ettore Bugatti seine Fabrik vor dem Konkurses in den schwarzen Jahren nach der Krise von 1929, indem er 80 Bugatti-Triebwagen aus vier hintereinandergeschalteten Motoren des Bugatti Royale Typ 41 mit 12,7 Litern sehr lukrativ herstellt, und eine Rekordgeschwindigkeit im Jahre 1934 von 192 km/h erbrachte. Er versucht ebenfalls ein Flugzeug De Monge-Bugatti zu planen, das wegen des zweiten Weltkrieges nie flog. (Ausgestellt im amerikanischen Museum der Luftgeschichte in Wisconsin).
Im Jahre 1934 wird der Bugatti Type 57, eines der luxuriösesten Kraftfahrzeugen der 30ger Jahre, in 700 Exemplaren mit verschiedenen Varianten produziert: Berline Galibier, Atalante Coupé, CoachVentoux, Stelvio Kabriolett ... von 140 bis 200 PS mit Kompressor für 210 km/h. Bugatti Type 51 werden für Rennen entwickelt aus dem berühmten Bugatti Type 35 und verstärkt dank einem doppelten Nockenbaum in Kopf, die es dem Motor erlauben, 180 PS zu erreichen.
Im Jahre 1937 und 1939 erringt Bugatti zweimal den Sieg in den “24 Stunden von Mans” mit letzten französischen Fabrikpiloten Jean-Pierre Wimille, in Cooperation mit Robert Benoist am Steuer eines Bugatti Type 51 im Jahre 1937 und mit Pierre Veyron im Bugatti Type 57G im Jahre 1939.
Am 11. August 1939 kommt Jean Bugatti im Alter von 30 Jahren bei einem tragischen Unfall während einer Testfahrt mit dem Bugatti Type 57C bei Duppigheim (10 km östlich der Fabrik) ums Leben. Es ist ein schrecklicher Schicksalsschlag für das Unternehmen Bugatti und für seinen Vater, der sich davon nie erholen wird.
Von 1939 bis 1945 während des zweiten Weltkrieges wird die Fabrik von den Nazis annektiert. Der Krieg beendet die Produktion in Molsheim.
Im Jahre 1945 geht Ettore Bugatti vor Gericht und gewinnt den Prozeß gegen die französische Verwaltung, die seine Fabrik von Molsheim nach der Befreiung beschlagnamt hatte. Er versucht trotz Schulden und fehlender Mittel einen Neustart. Die Studien Bugatti Type 73 und Bugatti Type 78 kommen nicht voran und das Unternehmen lebt kümmerlich.
Am 21. August im Jahre 1947 stirbt Ettore Bugatti an den Folgen eines Hirnschlags in Paris im Alter von 66 Jahren. Er hatte 1000 Patente eingebracht und in 37 Jahren etwa 7.500 Luxuskarossen und Rennwagen hergestellt, die alle in die Legende eingegangen und die Kultgegenstände reicher Sammler geworden sind. Bugatti hält eine bis heute nicht erreichte beeindruckende sprotliche Hitliste mit mehr als 10.000 Siegen und 37 Rekorden.
Der Tod von Ettore Bugatti ohne Nachkommen, der 2. Weltkrieg und die wirtschaftlichen Schwierigkeiten nach dem Krieg haben das Verschwinden der Marke bewirkt und den Eingang in die Legende der Pioniere der Elitefahrzeuge.
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